
Alle Beispiele wurden anläßlich unseres Herbstkonzertes im Oktober 1998 in Kunstkopfstereophonie aufgezeichnet und dürfen nur für private Zwecke verwendet werden.
Dimitris Lagios wirkte bis zu seinem frühen Tod als Dirigent des Zupforchesters in Patras / Griechenland.
Die drei Sätze Thema, Streulicht und Buße wurden von Lagios und seinem Ensemble im Jahre 1990 auf Tonträger eingespielt. Diese Interpretation war für unsere eigene Erarbeitung maßgebend.
Wölki war der in Deutschland führende Komponist für Zupfinstrumente. Zu seinem 60. Geburtstag sagte Prof. Siegfried Golisch über Wölki im Bayerischen Rundfunk: "Er hat die häufig verkannte und falsch eingeschätzte Mandoline zu neuen Ehren gebracht, indem er auf ihren historischen Ursprung zurückging. Sein Hauptverdienst besteht darin, daß er einen grundsätzlichen Geschmackswandel in einem wesentlichen Sektor der Volksmusik herbeigeführt hat."
Konrad Wölki führte schon in den dreißiger Jahren das Spiel mit reinem Gitarrenensemble ein. Auch hier wirkte er als Vorreiter - die Suiten Nr.1 und Nr.2 beinhalten schönste Beispiele für das Musizieren in der Gegenüberstellung von Zupforchester und zwei bis vierstimmigem Gitarrensatz.
Die Harfe, eines der ältesten Zupfinstrumente, war vom 11.-19. Jahrhundert das Nationalinstrument Irlands. (Irland ist übrigens das einzige Land der Erde, das ein Musikinstrument als Nationalemblem besitzt: die Harfe).
Einer der berühmtesten irischen Harfenisten und Komponisten für diese Instrument war O’Carolan. Er war einer der zahlreichen Harfenspieler, die ihren Lebensunterhalt als umherziehende Musiker bestritten und gleichzeitig der letzte komponierende Spieler.
O’Carolan erblindete mit 18 Jahren an den Pocken und ging erst danach zu einem Harfenisten in die Lehre. Seine Musik strahlt Zufriedenheit und große Lebendigkeit aus - dies entsprach durchaus seinem eigenen Temperament. Seine Kompositionen sind sowohl vom irischen Volkslied als auch von der italienischen Kunstmusik (Vivaldi, Corelli, Geminiani) beeinflußt.
Über 200 Airs sind überliefert, sowohl instrumentale Stücke als auch solche mit Gesang.
Die Stücke Mrs. Delany, Katherine O’More und James Betagh schrieb Turlough O’Carolan für seine Wohltäter.
Die vorliegenden Tänze aus Südost Europa sind von Wolfgang Siegmund für Zupforchester eingerichtet worden. Seine langjährigen Bemühungen um das Wesen und Werden der Volksmusik in SO-Europa finden hier den ersten Niederschlag. Häufige Taktwechsel und plötzliche Tempoänderungen sind die wesentlichen Merkmale dieser Lieder und Tänze vom Balkan.
Eine feste Besetzung sowie bestimmte Instrumente sind auch im Ursprung nicht vorgeschrieben. Die Zupfinstrumente bieten sich jedoch gerade dafür an. Wer das ‘Ur-Musikante’ liebt, wird an diesen Tänzen viel Freude haben.
Nach dem Gitarren-Studium am Robert Schumann-Konservatorium Düsseldorf, folgte der Lehrauftrag und die spätere Professur am Institut Wuppertal der Staatlichen Hochschule für Musik Rheinland, dessen Dekan er heute ist.
Ein wichtiger Aspekt seiner pädagogischen Arbeit ist sein Engagement bei zahlreichen Kursen, aber auch seine Editionstätigkeit (z.B. Gitarrenschulen, Gitarrenstudioreihe).
Die Komposition Rumba - ein Tanz afrokubanischer Herkunft - entstand im Frühjahr 1990.
Kurt Schwaen absolvierte das Studium der Musikwissenschaft und der Germanistik, wohnt in Berlin, ist mehrfacher Nationalpreisträger der ehemaligen DDR und Ehrendoktor der Universität Leipzig.
Er gehört zu den Komponisten, die mit gleicher Liebe und gleichem Ernst für Berufs- wie für Laienmusiker schreiben. Spieltechnische Grenzen der Interpreten verführen ihn niemals zu Kompromissen auf Kosten der künstlerischen Qualität.
Mit den ‘Vier Nationaltänzen’ leistete Schwaen einen wegweisenden Beitrag zur Zupfmusik nach dem zweiten Weltkrieg.
Der Ländler, welcher in Kurt Schwaens Nationaltänzen an erster Stelle steht, hat seinen Namen vom an der Ems gelegenen österreichischen ‘Landl’.
Die Mazurka ist ein polnischer Nationaltanz in rhythmisch straffer Gestaltung.
Über Ferdinand Schmitz ist leider bis zum jetzigen Zeitpunkt nur sehr wenig bekannt. Für Zupforchester schrieb er allein die heute erklingenden ‘Drei rheinischen Tänze’. Kompositorisch eher schlicht gehalten, vermitteln sie in einer ungekünstelten ehrlichen Weise den Charakter der drei rheinischen Dörfer Bornheim, Meckenheim und Ippendorf.
Ferdinand Schmitz setzt bewußt keine Tempobezeichnung vor die einzelnen Tänze, sondern gibt den Charakter der Sätze durch Bezeichnungen wie behäbig, ländlerisch oder gemütlich vor.
|


Miserere
|
William Byrd
|
1543-1623
|
||
Irish Airs -Mrs Delany, James Betagh, ...
|
Turlough O'Carolan
|
1670-1738
|
||
Wassermusik - Suite Nr.3 in G-Dur HWV 350
|
Georg Friedrich Händel
|
1685-1759
|
||
Concerto a-Moll für 2 Mandolinen und ZO
|
Antonio Vivaldi
|
1678-1741
|
||
Suite Nr.2 für Zupfinstrumente /op.31
|
Konrad Wölki
|
1904-1983
|
||
Drei Miniaturen über bulgarische Volkslieder
|
Marin Goleminov
|
1908-2000
|
||
Drei heitere Epigramme
|
Richard Rudolf Klein
|
* 1921
|
||
Divertissement für Zupforchester
|
Dietrich Erdmann
|
* 1917
|
||
Passacaglia piccola
|
Helmut Fackler
|
* 1940
|
||
Canzona und Fantasia
|
Marcel Wengler
|
* 1946
|
||
Summertrip
|
Jürgen Klose
|
* 1946
|
||



Ein Auszug aus unserem Repertoire
|
||||||||
weitere Komponisten und Hörbeispiele
|





